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Koordinierungsstelle Wasserrückhalt im Wald

Mit dem LEADER-Kooperationsprojekt schafft die Stadt Rheinbach gemeinsam mit der Stadt Euskirchen, der Stadt Meckenheim, der Gemeinde Swisttal, der Gemeinde Weilerswist und dem Rhein-Sieg-Kreis eine Koordinierungsstelle für Wasserrückhalt im Wald.

Wasserrückhalt im Wald – gemeinsam handeln in der Voreifel

Mit dem LEADER-Kooperationsprojekt schafft die Stadt Rheinbach gemeinsam mit der Stadt Euskirchen, der Stadt Meckenheim, der Gemeinde Swisttal, der Gemeinde Weilerswist und dem Rhein-Sieg-Kreis eine Koordinierungsstelle für Wasserrückhalt im Wald in der LEADER-Region Voreifel – Die Bäche der Swist und der LEADER-Region Zülpicher Börde. Die Stelle ist seit August 2025 tätig. Sie ist unter wasserimwald@stadt-rheinbach.de oder 02226 917 -164 erreichbar.

Ziel der Koordinierungsstelle ist es:

  • Vernetzung und Beratung zu fördern,
  • bei der Identifikation, Planung und Umsetzung von Maßnahmen zum Wasserrückhalt im Wald zu unterstützen.

Die Swist als gemeinsamer Handlungsraum

Das Projektgebiet umfasst das Einzugsgebiet der Swist mit dem Quellgebiet am Nordrand der Eifel bis hin zur Mündung in die Erft. Etwa ein Drittel der Fläche ist bewaldet (MUNLV 2008). Die Swist gehört zur Flussgebietseinheit Rhein und ihre größeren Zuflüsse sind unter Anderem der Altendorfer Bach, Eulenbach, Morsbach, Schiefelsbach, Schießbach, Steinbach und Wallbach.

Hier leben mehr als 100.000 Menschen auf einer Fläche von rund 259 km². Die Starkregenereignisse im Jahr 2021 haben deutlich gemacht, wie wichtig es ist, Wasser bereits in der Fläche zurückzuhalten.


Warum Wasserrückhalt im Wald so wichtig ist

Wälder können einen entscheidenden Beitrag leisten, Wasser dezentral zu speichern. Auf diese Weise können Abflussspitzen bei Starkregen milder verlaufen und der Wald hat in Trockenzeiten potentiell länger Wasser zur Verfügung. Weniger Oberflächenabfluss und mehr Infiltration verringert zudem das Risiko von Erosion und Bodenabtrag. Wasserrückhalt im Wald ist also ein Schlüssel für die Erholung des Waldes und den Aufbau zukünftiger, gesunder, klimawandelresilienter Wälder mit Minderung der Waldbrandgefahr.

Hierfür ist entscheidend, dass Niederschlagswasser möglichst an Ort und Stelle versickert und so die Bodenfeuchte erhöht. Je nach Gegebenheiten kann das Wasser bis ins Grundwasser gelangen. Die Maßnahmen zum Wasserrückhalt im Wald sollen die Infiltration möglichst erhöhen, um besonders den Oberflächenabfluss mit direktem Wege in die Fließgewässer zu verringern.


Praxisbeispiel: So funktioniert Wasserrückhalt im Wald

Wie konkrete Maßnahmen aussehen können, zeigte eine Exkursion zum Landesforstamt Rheinlandpfalz in Hachenburg. Dort wurden Lösungen vorgestellt, die Wasser in Fließwegen entlang von Waldwegen oder Waldflächen gezielt verlangsamen und so stärkere Versickerung ermöglichen.

Abgebildet ist eine Maßnahme hang abwärts eines Fahrweges. Mit gezielt platzierten Stammteilen wird Wasser gebremst und hat Zeit, in den Boden zu versickern. Diese Maßnahme wird als „Biorigole“ bezeichnet.  Eine Rigole verringert generell die Abflussgeschwindigkeit an Wegequerungen, an denen klassisch Rohrdurchlässe genutzt werden. Auf diese Weise kann das Wasser leichter im Untergrund versickern (Puhlmann, FVA-Info-Faltblatt, 2025).


Auch in der Region gibt es bereits gute Beispiele


Kontakt und Mitwirkung


Förderung und Finanzierung

Projektträger: Die Stadt Rheinbach in Kooperation mit der Stadt Euskirchen, der Stadt Meckenheim, der Gemeinde Swisttal, der Gemeinde Weilerswist und dem Rhein-Sieg-Kreis innerhalb eines Kooperationsprojektantrages der LEADER-Region Voreifel – Die Bäche der Swist mit der LEADER Region Zülpicher Börde.

Laufzeit: 07.2025 – 08.2028, 3 Jahre
Fördersumme: 194.678,17 € (70% über LEADER-Kooperationsprojekt)
Eigenanteil: 30% (zu gleichen Teilen getragen von den Kooperationspartnern)
Kostenart: Personalkosten für befristete Stellen, Sachkosten


Wasserrückhalt im Wald beginnt vor Ort

Viele kleine Maßnahmen können zusammen eine große Wirkung entfalten. Entscheidend ist, Wasser dort zu halten, wo es fällt – im Wald, in der Fläche und möglichst dezentral. Genau hier setzt das Kooperationsprojekt an: praxisnah, regional und gemeinsam mit den Akteurinnen und Akteuren vor Ort.

Wasser im Wald halten heißt Zukunft sichern

Für widerstandsfähige Wälder, mehr Schutz bei Starkregen und eine klimaangepasste Region.


Literatur und weiterführende Informationen 

Wer tiefer in das Thema einsteigen möchte, findet weiterführende Informationen wie Hintergrundwissen, Praxisbeispiele und Maßnahmensteckbriefe zum Wasserrückhalt im Wald u.a. hier:

Gruppenfoto von: Stadt Rheinbach


Das Projekt wird gefördert mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union